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Rollenspiel - Charakter-Erstellung - Die Gesinnung

Das Gesinnungssystem für viele viele Rollenspiele fusst auf dem Ursprung der meisten dieser Rollenspiele, Dungeons & Dragons. D&D benötigt ein System, um Gegenstände ebenso wie Lebewesen bestimmte Moralwerte zuzuordnen. Beispielsweise kann man sich dort vor dem Angriff einer bösen Wesenheit mit Zaubern schützen. Dazu ist es aber natürlich wichtig zu wissen, ob und wie böse diese Wesenheit eigentlich ist. In einem guten Rollenspiel oder einer guten Questreihe wird darüber hinaus dieses böse Wesen auch seine Gründe haben, warum es "böse" wurde.

Das System wird von einigen Spielern als einengend empfunden, und deswegen gab es, das will ich nicht verschweigen, auch schon viele Diskussionen darüber. Ich persönlich nutze es gern, um die Grundzüge eine Charakters fest zu legen - und für mehr wird es ein typischer Spieler auch so gut wie nie brauchen. Darum findet sich hier eine kurze Beschreibung dieses Systems.
Das System kennt zwei Grundwerte, das eine ist die Moralität des Charakters, das andere sein Rechtsempfinden.

Moralität bedeutet "gut" oder "böse" im klassischen Sinne - ein guter Charakter hilft anderen, ohne dafür ein Entgeld zu erwarten, er tut, was er kann, um Unschuldige zu schützen, auch wenn es sein eigenes Leben kostet. Ein böser Charakter dagegen ist egoistisch und selbstbezogen, er handelt zu seinem Vorteil und zum Vorteil derer, die ihm weiterhelfen werden. Das heisst nicht, daß ein böser Charakter nicht der alten Oma über die Strasse helfen kann - er wird aber einen Grund haben, das zu tun, der ihm später irgendwie weiterhilft.
Ein neutraler Charakter ist weder sonderlich erpicht darauf, anderen zu helfen, noch strebt er allein nach Vorteilen für sich selbst. Zumeist hält sich beides gut die Waage.

Das Rechtsempfinden eines Charakters drückt sich in Rechtschaffenheit, Neutralität oder Chaos aus. Ein rechtschaffener Charakter befolgt die Gesetze seines Landes, sie sind sein Kompass dafür, was richtig und falsch ist. Wenn in den Gesetzen festgeschrieben stünde, daß Regenrinnen verboten sind, würde er Regenrinnen für etwas schlechtes halten. Ein Chaotischer Charakter dagegen macht sich seine Regeln selbst. Er selbst bestimmt, was er als gut oder böse ansieht, und wenn er Regenrinnen für nützlich hält, würde er ein Gesetz dagegen als blödsinnig ansehen. Chaotische Charaktere sind oft Rebellen, Freischärler oder andere Personen, die sich als ausserhalb des Gesetzes stehend sehen. Sie sind auch oft ausgesprochene Einzelgänger, weil sie sich nicht in einer festen Gemeinschaft organisieren wollen.
Ein neutraler Charakter steht zwischen diesen beiden Extremen. Zwar würde er das Regenrinnen-Gesetz vermutlich auch nicht sonderlich toll finden, es aber auch nicht umgehen, nur weil er meint, eine Regenrinne am Haus sei praktisch.

Nun kann man diese beiden Werte, Moralität und Rechtsempfinden, beliebig miteinander kombinieren :

Moral / Rechtsempfinden
Moral / Rechtsempfinden

Ihr seht, das ganze ist recht praktisch und deckt eigentlich alle Paletten menschlichen Verhaltens in Bezug auf diese zwei Werte ab.
Wenn man sich zunächst die Gesinnung seines Charakters überlegt, hat man schon einmal eine grobe Richtlinie auf das Verhalten des Chars.

Hier ein paar Beispiele :

* Paladine sind immer rechtschaffen gute Chars. Sie sind die Ritter des Rechts, die Vorkämpfer für das Gute und Reine. Die Gesetze und die Gedanken hinter den Gesetzen sind dabei ihre Richtschnur, um das Böse in jedweder Form zu bekämpfen. Ein Rechtschaffen guter Char hilft alten Damen über die Strasse, versorgt Bettler, lässt Verwundete nie zurück und ist, ganz allgemein gesprochen, der strahlende Held seiner gesamten Nachbarschaft. Ein Polizist ist ein gutes Beispiel für einen rechtschaffen guten Char.

* Neutral gute Chars sind bemüht, das Beste für alle zu erreichen. Die Gesetze eines Landes kümmern sie dabei weniger, denn sie können das Leid nicht mit ansehen. Er oder sie würde nicht gegen das Gesetz verstoßen, wenn es nicht sein muss, aber wenn die Gesetze das Leid begründen - beispielsweise durch ein ungerechtes Kastensystem - dann kümmert diesen Char nicht, ob er mit seiner Hilfe dagegen handelt. Mutter Theresa ist ein gutes Beispiel für einen neutral guten Char.

* Chaotisch gute Chars sind darauf aus, die Situation für alle zu verbessern. Dabei sehen sie die Gesetze oftmals als etwas an, das dem entgegen steht. Robin Hood ist ein gutes Beispiel für einen Chaotisch guten Char. Für sich selbst will ein chaotisch guter Char nichts.

* Rechtschaffen neutrale Chars halten sich an die Gesetze, und alles andere kümmert sie kaum, sei es, weil es sie schlicht nicht interessiert oder weil sie der restliche Welt so weit entrückt sind, daß sie nichts davon wahrnehmen. Neutrale Chars haben auch die Möglichkeit, einmal altruistisch und freigiebig, und dann wieder egoistisch und selbstbezogen zu handeln - solange sich ihr Vorgehen dabei die Waage hält. Ein Anwalt ist ein gutes Beispiel für einen rechtschaffen neutralen Char.

* Wahrhaft neutrale Chars stehen zwischen allem, sowohl zwischen Gut und Böse wie auch zwischen Gesetz und Chaos. Sie müssen ein kompliziertes Gleichgewicht aller vier Faktoren halten, um wahrhaft neutral zu bleiben. Am einfachsten ginge das natürlich, wenn man sich nie und nirgends einmischt - aber in der realen Welt ist dies natürlich nicht möglich. Ein gutes Beispiel für einen wahrhaft neutralen Char ist ein Einsiedler, der irgendwo ganz alleine lebt.

* Chaotisch neutrale Chars versuchen, sich selbst und andere nicht zu kurz kommen zu lassen. Ob das gegen das Gesetz verstösst ist ihnen dabei schnurz. Chaotisch neutrale Chars handeln natürlich dennoch logisch und nachvollziehbar, und werden sich nicht ohne Grund irgendwo Ärger suchen. Oft sehen sich chaotisch neutrale Chars auch als Freischärler und Rebellen für das Gute, doch ihre Ziele zeigen zumeist, das das mit dem Guten entweder nur halbherzig gemeint ist oder auch persönliche Bereicherung zu den Zielen des Chars gehört. Ein Sektenführer, der das Geld seiner Gläubigen nimmt und ihnen dafür das Paradies verspricht, ist ein Beispiel für einen chaotisch neutralen Char.

* Rechtschaffen böse Chars nutzen den Buchstaben des Gesetzes bis aufs letzte Jota aus, um sich den grösstmöglichen Vorteil zu verschaffen. Oberflächlich betrachtet sind sie dabei Ehrenmänner mit weißer Weste. Ein Beispiel für einen rechtschaffen bösen Char wäre ein Geldhai, der für Wucherzinsen Geld verleiht, oder ein Bordellbesitzer.

* Neutral böse Chars wollen alles für sich. Sie sind skrupellos und gehen über Leichen, ohne mit der Wimper zu zucken. Dennoch ist es ihnen zumeist möglich, mit anderen zu kooperieren, Kompromisse zu schliessen, um selbst mehr Macht zu bekommen. Ein Mafiaboß ist ein gutes Beispiel für einen neutral bösen Char.

* Chaotisch böse Chars wollen alles für sich, und alles, was sie nicht haben können, zerstören. Sie enden zumeist im Wahnsinn. Da sie fürchten, daß ihnen jedweder andere irgendetwas wegnehmen könnte oder sie sich mit ihm/ihr arrangieren müssten, arbeiten sie zumeist allein. Chaotisch Böse Chars könnte man mit Bankräubern oder Erpressern vergleichen, die nicht einer kriminellen Organisation zugehörig sind.

Zusammenfassend : Es gibt eine breite Palette menschlichen Verhaltens. Mit der Festlegung auf eine grobe Gesinnungsrichtung könnt ihr schon einmal eine Vorauswahl treffen, wie Euer Char vermutlich sein wird.


Faerûn-Zeit:
Heute ist der 15. Elasias 1387, Rittmitte des 2. Zehntages.
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