Doogle.de - Einführung Doogle.de - Faerun Doogle.de - Stuff Doogle.de - Hilfe
Get Adobe Flash player

Rollenspiel - Feinheiten - Charakter-Beschreibung und Aussehen

Vergleichsweise viele Rollenspieler denken sich Schwächen ihres Chars aus und machen ihn dafür ausgesprochen hübsch.
Es scheint irgendwie ihre Belohnung dafür zu sein, daß sie einen negativen Charakterzug annehmen mussten. So toll es auch erscheinen mag, ständig ein wandelnder Filmstar zu sein, so unwahrscheinlich ist es auch. Bitte überlegt Euch, daß Filmstars und dergleichen den ganzen lieben langen Tag nichts anderes tun, als sich um ihr Aussehen zu kümmern, sich entsprechend zu schminken, zu operieren und zu benehmen, und daß sie vom Chauffeur über die Haushaltshilfe bis zur Maniküre eine Menge Leute haben, die alle anfallenden Arbeiten für sie erledigen, damit sie sich bloß keinen Fingernagel abbrechen oder einen Kratzer holen.
Wenn ihnen ein Bild von der Wand fällt, hängen sie es in den seltensten Fällen selbst wieder auf. Ihr seht also - so schön zu sein hat einen hohen Preis, und in einem von Monstern und Abenteuern geprägten Rollenspiel ist es unmöglich.
Wenn Ihr ein Schwert schwingt, brechen eure sorgfältig manikürten Fingernägel, und wenn Ihr heroisch eine Eiswüste durchquert, sitzt Eure Frisur danach nicht mehr - garantiert! Wenn Ihr gegen Feinde oder Monster kämpft, werdet ihr dreckig und blutig, und auch das macht es nicht besser.
Entweder also Ihr nehmt Euch mit der gewünschten, absoluten Schönheit ein wenig zurück, oder ihr stellt euch dafür beim Leveln und Questen entsprechend "spinnefein" an - es geht nicht beides!

Überhaupt liegt Schönheit zumeist im Auge des Betrachters - nicht in dem des Beschreibers. Wenn Euer Gegenüber eine Orkfrau mit gelben Stoßzähnen und wilder schwarzer Haarmähne als schön empfindet - prima. Vorschreiben könnt Ihr ihm das genausowenig, wie daß er gefälligst Eure Elfe mit zartrosa Wangen und goldblonden Haaren schön finden soll.

Ihr solltet auch immer bedenken, daß in einer mittelalterlichen oder Fantasy-Welt die medizinische Versorgung mangelhaft bis überhaupt nicht vorhanden ist. Eine gebrochene Nase wird hier nicht unbedingt gerichtet, ein Buckel oder ein verkrüppelter Fuß nicht behandelt. Akne, Karies, Pest, Pocken, Krätze oder sonstige entstellende Krankheiten sind vergleichsweise häufig, und Hygiene und regelmässiges Baden höchstens ein Wunschtraum.
Unter diesen Umständen galt ein Mensch dann als "hübsch", wenn er noch alle Zähne hatte!

Liebe Männer : Es ist nicht nötig, bei einem weiblichen Char den straffen Busen und den festen Hintern in allen Einzelheiten zu beschreiben. Zum einen fällt das jemandem, der Euch in Kleidung irgendwo auf der Straße sieht, gar nicht weiter auf - zum anderen gehen die allermeisten Leute von einem unversehrten Char aus, auch wenn Ihr ihn nicht explizit so beschreibt. Wenn Ihr also im Gegenteil eine verhutzelte, eingesunkene alte Frau mit Orangenhaut spielen möchtet, dann schreibt diese Nachteile explizit in eure Beschreibung. Ansonsten wird die Mehrheit der Rollenspieler selbst dann noch zwar von einer alten, aber nicht unbedingt häßlichen Frau ausgehen.
Liebe Frauen : Es ist nicht nötig, eine Charbeschreibung mit einem Roman zu füllen, sondern es sollte eine kurze(!) Beschreibung der hervorstechensten und ständigen Merkmale sein. Die Farbe der Wimpern eines Chars, Details der gerade getragenen Kleidung ebenso wie das Aussehen seiner Frisur in einer bestimmten (theoretischen) Situation sind schöne Details für ein Emote - sie gehören aber nicht in eine ständige Charakter-Beschreibung.

Ebenso, wie viele Chars megahübsch sind, sind einige Chars laut ihrer Charakter-Beschreibung "von Dunkelheit gezeichnet" oder "pulsende Schwärze steht in seinen Augen" oder "abgrundtiefer Haß ist in ihnen zu sehen". Das sind schöne Beschreibungen für einen Roman - es ist aber Quatsch für einen Char, der vielleicht gerade angeln geht oder sich mit Freunden in der Taverne unterhält. Solange Euer Char nicht ständig der absolute Einzelgänger und Bösewicht ist, vermeidet solche Beschreibungen bitte. Wie genau sieht eine von Dunkelheit gezeichnete Person aus? Vielleicht trägt sie schwarz, vermeidet Blickkontakte und ist generell mißtrauisch. Schön - dann spielt Euren Char bitte so aus! In einer Charakter-Beschreibung hat das jedoch nichts zu suchen.
Nicht jeder kann "abgrundtiefen Haß" als das erkennen, was es sein soll, noch dazu wird der ja wohl nicht allen Lebewesen auf der Welt gelten; und was ist, wenn euer Char gerade eine Kapuze oder einen Hut trägt?
Solche Beschreibungen ähneln Denk-Emotes : Sie beschreiben etwas, daß Euer Gegenüber nicht erfassen kann und auf daß er auch nicht reagieren kann, wenn Ihr es nicht im Verhalten eures Chars entsprechend ausspielt. Also : Lasst den Scheiss weg und überlegt Euch stattdessen lieber, wie ein Char mit einer dunklen Vergangenheit oder einem dunklen Erbe handeln und sprechen würde. Ihr macht damit Eure Welt um ein wundervoll großes Maß an Stimmung reicher als mit solch einer lumpigen Char-Beschreibung.

Zu guter Letzt: Auch die Geschichte und die Herkunft eines Chars gehören nicht in eine Char-Beschreibung. Warum nicht? Weil euer Gegenüber sie Euch nicht ansehen kann. Woher also soll er sie wissen? Es ist toll, wenn Ihr Euch eine Vergangenheit für Euren Char ausgedacht habt. Lebt sie, emotet sie, erzählt sie anderen, macht Euch damit interessant - aber lasst sie aus der Char-Beschreibung heraus.
Dort hinein gehört eine Beschreibung der auffälligsten und dauerhaften Merkmale, und diese möglichst kurz, prägnant und präzise.
Denkt Euch immer, daß Ihr euch mit einer zu ausführlichen Charakter-Beschreibung auch die Freiheit wegnehmt, späterhin eins der beschriebenen Merkmale zu ändern.

Als Faustregel : 3-5 Sätze, nicht mehr.
 

Faerûn-Zeit:
Heute ist der 21. Kytorn 1387, Amaunatag des 3. Zehntages.
Würfel:
Suche: