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Rollenspiel - Feinheiten - Vorurteile, Abneigungen & Politik

Alle Lebewesen auf der Welt haben bestimmte Vorlieben und Abneigungen. Wenn es 100 Leute gibt, die Schokoladenpudding mögen, gibt es mindestens 1, der keinen mag. Genauso haben alle, wirklich alle Menschen auf der Welt Vorurteile. Vorurteile sind vorgefasste Meinungen über andere, z.b. daß alle Italiener gerne Spaghetti essen oder daß alle Trolle doof sind oder sogar, daß alle Lebewesen Sauerstoff brauchen, um zu atmen.
Das stimmt ja auch alles? Grösstenteils, ja. Es gibt aber auch sicher ein oder zwei Italiener, die keine Spaghetti mögen, ein oder zwei Trolle, die unter ihrem Volk als Universalgenies bekannt sind und genauso bestimmte Bakterienarten oder Algen, die ganz ohne Sauerstoff auskommen. Ein Vorurteil muss also noch nicht einmal falsch sein (auch wenn es auch solche gibt) - es ist nur ein pauschales Urteil über eine Gruppe von Leuten bzw. über den Durchschnitt in dieser Gruppe.
Vorurteile bekommt man von der Kultur, in der man aufwächst - während die Sudanesen kaum Vorurteile über die Italiener haben, weil sie nicht in deren direkter Nachbarschaft wohnen, haben sie sie vermutlich schon über Leute aus Äthiopien, während wir noch nachgucken, wo denn auf der Weltkarte bitte Äthiopien liegt. Sie sind also abhängig von dem allgemeinen Bildungsstand, den das Heimatland eines Charakters hat, und von seiner Lage und seiner Vergangenheit - gegenüber Leuten, mit denen ein Land in der Vergangenheit Krieg geführt hat, haben die meisten Einwohner Vorurteile.

Es ist daher auch im Rollenspiel absoluter Blödsinn, so zu spielen als hätte man keine Vorurteile gegen irgendetwas. Elfen und Orks sind seit jeher Todfeinde - wenn Euer Elf nun hingeht und die hinreissende grüne Haut und die süßen Stoßzähne bewundert, verstösst er gegen die "Regeln" seiner Kultur. Natürlich könnt Ihr das dennoch tun - Ihr solltet aber einen guten Grund dafür haben. Ein Elf, der in seiner Kultur aufgewachsen ist, kommt nicht einfach so auf eine solche Idee.

Ebenso sollte Euer Char Vorlieben und Abneigungen haben, denn es sind Stärken und Schwächen, die Euren Char lebendig machen. Die von euch gewählten Schwächen und Abneigungen sind dabei natürlich nicht absolut. Ein Char mit Angst vorm Dunkeln kann man vielleicht dennoch überreden, in eine Höhle zu gehen, wenn man eine kräftige Laterne mitnimmt. Ein Char mit Angst vor Wasser bekommt man mit viel gutem Zureden vielleicht dennoch auf ein Schiff, und ein Char mit immanenter Goldgier wird einem verlockenden Angebot vielleicht dennoch widerstehen können, wenn er dazu die Liebe seines Lebens verraten müsste. Schwächen und Abneigungen zu haben und sie (heldenhaft) zu überwinden, machen einen großen Teil des Rollenspiels aus. Ohne Charakter-Fehler keine Helden, so einfach ist das.

Wie bereits angedeutet, haben auch alle Chars eine politische und religöse Überzeugung. Auch, wenn sie Atheist und Nicht-Wähler sind, ist das eine Meinung, die sie vertreten und vermutlich auch begründen können. Also : Macht euch darüber Gedanken. Ein Char, der in einer mittelalterlichen Welt oder Fantasy-Welt aufgewachsen ist, wird zumeist nur die Regierungs- und Religionsform seines eigenen Landes kennen, weil Reisen relativ gefährlich und beschwerlich sind und Nachrichten nur langsam transportiert werden.
Er wird eine Monarchie, Lehnsherren, Ritter und Vasallen für das normalste der Welt halten. Gleichzeitg könnte ihn Sklaverei aber abschrecken - oder eben auch ganz normal für ihn sein. Chars, die aus Nationen kommen, die viel Handel treiben und damit viel fremdes Volk sehen, sind meistens aufgeschlossener gegenüber anderen als solche, die aus kleinen, isolierten Gemeinden stammen. Das heisst übrigens nicht, daß sie weniger Vorurteile hätten - im Gegenteil : meistens haben sie mehr, da sie ja auch viel mehr Volksgruppen kennen als der klassische "Hinterwäldler"-Char.
Ihr solltet vermeiden, einen strengen Demokraten aus einem Land kommen zu lassen, das von einem König regiert wird. Zum einen - woher sollte er das Wissen und die Überzeugung haben, daß die Demokratie besser ist und daß es sie überhaupt gibt? Zum anderen könnte er seiner politischen Überzeugung wegen verfolgt oder sogar getötet werden, und Euer Char wäre vielleicht niemals dahin gekommen, wo er jetzt gerade ist.
Das Recht auf freie Meinungsäusserung und auf Pressefreiheit mag in der Bundesrepublik Deutschland existieren - aber in vielen anderen Ländern (selbst heutzutage) und in der (mittelalterlichen) Vergangenheit schon sowieso war es keineswegs gegeben.
Achtet darauf, daß Ihr auch als Ketzer angeklagt und verbrannt werden wollt, wenn Ihr schon für Eure Sache laut den Mund aufmacht.

Faerûn-Zeit:
Heute ist der 21. Kytorn 1387, Amaunatag des 3. Zehntages.
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