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Rollenspiel - Wahrnehmung im Rollenspiel

Ein paar Dinge sind jedem bekannt, der ein Rollenspiel am Wohnzimmertisch oder am Computer spielt. Z.b. kennt er den Namen seines Gegenübers - bei einem Online-Rollenspiel steht er im Normalfall über dem Kopf des Chars, bei einem Offline-Spiel kennt man den Spieler zumindest mit Vornamen, und solch ein Rollenspiel-Abend wird meistens damit begonnen, daß alle ihren Char kurz vorzustellen und beschreiben.
Auf dieselbe Art kennt man auch die Level und die Klasse des Chars.

Dies alles ist Wissen, daß Ihr als Spieler habt. Es ist aber nicht das, was Euer Charakter weiß. Im wirklichen Leben steht der Name der Leute ihnen ja auch nicht über dem Kopf, und Ihr könnt auch vom bloßen Ansehen eines Menschen nicht darauf schließen, was er vielleicht arbeitet oder was sein Hobby ist. Wenn Ihr also Euer Gegenüber noch nicht kennt, stellt Euch einfach vor, Ihr wisst von ihm genauso viel wie von den Leuten, die jeden Morgen an der Bushaltestelle stehen. Da steht vielleicht ein älterer Mann mit Hut und Schirm, und eine Frau mit Kind, und ein Mann mit einer türkischen Zeitung. Ihr vermutet also, ihr habt es mit einem Rentner, einer Hausfrau und einem Ausländer zu tun. Soweit, so gut - vielleicht stimmt das. Vielleicht bringt die Frau aber auch nur ihr Kind in den Kindergarten, bevor sie arbeiten geht, der ältere Herr ist in Wirklichkeit ein leitender Beamter im Finanzministerium, und der Mann versucht türkisch zu lernen und übt mit der Zeitung. Ihr seht, so schnell kann man falsch liegen.

Geht also bitte davon aus, daß Euer Charakter von der Kleidung und dem Auftreten eines anderen durchaus vermuten kann, was und wer jemand ist - das muss aber keineswegs stimmen. Ein dürrer Mann in einer langen, geflickten Kutte kann ein Mönch sein - er kann aber auch ein armer Schreiberling sein oder sogar ein Krieger, der vor kurzem überfallen wurde und dabei seine Rüstung verloren hat.
Wenn es Euch möglich ist, versucht in eure Überlegungen einzubeziehen, daß es in einer echten Welt natürlich weitaus mehr Berufe, Hobbies und politische Haltungen gibt, als die Basisklassen eines Rollenspiels. Nur, weil Euer Char die Wahl hat zwischen "Krieger" und "Magier" und nicht auch "Waschfrau" oder "Wahrsager" werden kann, heisst das nicht, daß nicht ein anderer Char so aussehen könnte, als sei er eben Waschfrau oder Wahrsager.
Ganz vorsichtig solltet Ihr mit Klassen sein, die keinen ehrenwerten Hintergrund haben, wie z.b. Schurke. Niemand lässt sich gerne öffentlich als Dieb bezeichnen - schon gar nicht, wenn es denn stimmt!

Ein weiterer wichtiger Punkt, der oft vergessen wird, ist die Umgebung, in der sich ein Charakter gerade aufhält. Druiden und Waldläufer z.b. dürfen sich durchaus in engen, geschlossenen Räumen unwohl fühlen und dies auch mit Emotes oder ein paar ruppigen Antworten zeigen. Paladine, Barden und Kleriker dagegen sind vielleicht in einem Wald vollkommen orientierungslos und laufen mehrfach im Kreis.

Darüber hinaus gibt es in jeder Welt Jahreszeiten, Wetter und unterschiedliche Temperaturen.
Ihr solltet versuchen, Euch für die Jahreszeit angemessen zu kleiden. Bitte bedenkt dabei, daß es in einer mittelalterlichen Welt keine Heizungen gab und also auch drinnen im Winter bei geheizter Stube durchaus Temperaturen von 15-18 Grad gerade mal so eben erreicht wurden. Das macht mit dünnen, bauchnabelfreien T-Shirts und kurzen Hosen keinen Spass.
Wenn Ihr im Regen steht, werdet Ihr nass, steht Ihr im Schnee, friert Ihr, und im absoluten Dunkel einer ländlichen Nacht wünscht Ihr Euch sicher schnell ein Licht - genauso solltet Ihr es auch mit Eurem Char halten. Er kann durchaus schlechte Laune bekommen, weil er draußen im Nassen warten muss, oder er kann sich in seinen Mantel verkriechen und in seine Finger blasen, wenn es schneit. Nachts wird er vielleicht eine Fackel entzünden, auch wenn es ihm das unmöglich macht, sein großes zweihändiges Schwert in der Sekunde zu ziehen, in der er etwas Gefährliches erblickt.
Es gibt auch Chars, die ihr ganzes Leben keinen Raum von innen gesehen haben, und also in Städten oder Häusern ängstlich oder gar panisch reagieren.
Ein Char aus einer zukünftigen, automatisierten und standardisierten Welt wird dagegen vielleicht nur beheizte Innenräume kennen und beim Anblick einer Wiese oder eines anderen natürlichen Phänomens ganz verwirrt sein.

Zudem solltet Ihr bedenken, daß Fantasy-Welten meistens größtenteils unbesiedelte Gebiete sind. Es gibt also keine großen Städte, aber viel Wald und viel Natur. Dies macht das Wetter härter und kälter, den Wind rauer, und selbst kleinste Verletzungen gefährlich. Ihr könnt also ruhig Dinge, die Euren Char verwirren, ärgern oder stören, dramatischer ausspielen als in Wirklichkeit. Ein gebrochener Knöchel ist bei uns keine große Sache - man lässt sich zum Arzt fahren. In einer unzivilisierten Wildnis ist das geradezu ein Todesurteil - das solltet Ihr immer im Hinterkopf behalten.

Zuletzt, macht Euch bitte klar, daß Euer Char nicht überall Augen hat. Ein gut trainierter und aufmerksamer Charakter kann hören, daß sich links oder rechts neben ihm etwas bewegt - er sieht aber nicht, wenn ein hinter ihm Stehender jemandem ein Zeichen macht. Auch dann nicht, wenn Euch als Spieler in einem Online-Rollenspiel die Kameraperspektive dies erlaubt. Lasst Euren Char ruhig verletzlich sein in dieser Hinsicht. Wenn ihr einmal Sendungen á la "Versteckte Kamera" oder Polizeivideos von Taschendiebstählen gesehen habt, wisst Ihr sicher, wie wenig man als normaler Mensch von seiner Umgebung eigentlich wirklich wahrnimmt.  

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Faerûn-Zeit:
Heute ist der 24. Flammleite 1386, Oghmastag des 3. Zehntages.
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