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Dungeons & Dragons - Von der Natur der Magie

(ein Auszug aus dem 1454 Seiten starken Werk von Darab al Romalek, einstmals Hofmagier am calishitischen Hof)

[...]... und so ist natürlich eine wichtige Frage, wie genau die Magie durch den Magiewirker denn abgerufen wird.
Viele, um nicht zu sagen, die allermeisten Magier, lernen, bestimmte Gesten zu vollführen, bestimmte Sätze zu sprechen und bestimmte Gegenstände, die man Fokus nennt, zu opfern, um einen Zauber auszuführen.
Aber warum sollte die Herrin Mystryl sich daran stören, ob nun jemand eine Eulenfeder verbrennt oder nicht, um einen Zauber abzurufen? Welche Vorteile kann sie davon haben, ob nun ein Tier der Nacht eine Feder mehr oder weniger besitzt?
Und im umgekehrten Fall: Warum ist derlei Firlefanz bei einigen Magiewirkern, wie zum Beispiel sehr geübten Magiern oder den verehrten Feuergeistern, den Nachfahren der edlen Djinns, nicht von nöten?
Und wenn nun ein magieträchtiges Wort bei einem Zauber gesprochen werden muss - warum funktioniert dieser Zauber dann häufig sowohl, wenn man eben jenes Wort in unserem klar verständlichen Alzheldo sagt, wie auch, wenn man niederes amnianisch verwendet? Und warum eben manches Mal nicht?

Ihr seht, meine Schüler, solcherlei Fragen beschäftigen die Philosophen unter den Magiern. Dabei ist die Antwort auf all diese genannten Fragen so klar wie die Sonne, die über unsere Köpfe ewig wandert. Weder geht es um das Verbrennen einer Eulenfeder, noch um ein bestimmtes Wort, daß gesagt werden müsste, um einen Zauber zu wirken. Sondern es geht um den geistigen Zustand, der beim Magiewirker durch eben jene Handlungen erreicht wird. Wenn ein Magier nun so geübt ist, daß er exakt den Geisteszustand, der zum Wirken des Zaubers, nun, sagen wir, Identifizieren gebraucht wird, für sich herbeiführen kann, so benötigt er weder Wort noch Opfer noch Geste, um das Gewünschte zu erlangen.
Aber warum nun wirken wir Gesten, sprechen wir Worte und geben wir Opfer, wenn sie doch gar nicht von nöten sind? Nun, begreiflicherweise, weil uns armen Menschen oft die geistige Disziplin fehlt, um den erforderlichen Geisteszustand zu erreichen und lange genug zu halten, bis der gewünschte Zauber gewirkt ist. Wie jeder Magiewirker weiss, geht es hier um winzige Nuancen dessen, was man oft "im Gefühl haben" nennt; der Magiewirker wünscht, daß etwas geschieht, und hat er exakt das richtige Gefühl dabei, so wird der Zauber geschehen. So kann man also schliesslich folgern, daß sich jeder Zauber, den ein Magier zu wirken vermag, ihn ihm selbst anders anfühlt als jeder andere Zauber, den er vielleicht ebenfalls wirken könnte.

Und schliesslich muss man auch rückfolgern, daß der geistige Zustand, den ein Magier erreichen muss um einen Zauber zu wirken, für einen bestimmten Zauber bei jedem Zauberwirker exakt gleich oder zumindest so ähnlich sein muss, daß der Unterschied vernachlässigbar gering ist. Denn sonst könnte wohl kein Zauberwirker bei einem anderen erkennen, was jener gerade zaubert, auch wenn er weder Geste noch Wort benutzt. Dennoch ist dies möglich und gleicht mehr oder weniger dem Erspüren einer Aura, dem Rückschliessen auf den geistigen Zustand aus dem Gesichtsausdruck oder anderen unbewussten Befindlichkeitsäusserungen des Zauberwirkenden. Der gegnerische Magier kann so bei einem erfolgreichen Erkennen des gewirkten Zaubers rückschliessen, um welchen Zauber es sich handelt und entsprechend reagieren.

Daraus aber wiederrum lässt sich erkennen, daß die Menge an Zaubern, die ein Mensch erlernen kann oder die es auf ganz Faerûn geben mag, endlich sein muss; denn wenn es einem Wesen nicht möglich ist, den geistigen Zustand für einen bestimmten Zauber zu erreichen, so kann er ihn - schlicht und ergreifend - nicht wirken. Daher also macht die Vielseitigkeit und das Können eines Magiers aus, wie offen sein Geist ist und wie viel Disziplin er aufbringen kann, um bestimmte geistige Zustände zu erreichen, zu halten, und sie für das Wirken weiterer Zauber zu memorieren.
Doch bisher - nur bisher, liebe Schüler! - ist mir in meiner magischen Praxis nicht untergekommen, daß ein begabter Schüler mit entsprechender Ausbildung und Übung einen Zauber nicht sprechen konnte. Sicherlich gibt es die Beschränkungen, die sich ein Schüler durch die Wahl bestimmter Magieschulen auferlegt - es sind dies schlicht Klassen von Magie, deren Geisteszustände dem Wesen des Magiewirkers entgegen kommen und die er darum leichter erreichen kann. Diese Beschränkung aber ist selbst gewählt und besteht durch die geistige Übung des Magiewirkers; in seiner Vorliebe oder Abneigung; aber nicht in seiner grundsätzlichen Unfähigkeit. Dies mag bedeuten, daß die Anzahl an Zaubern, die es auf Faerûn und für die faerûnischen Wesen geben kann, noch um ein Vielfaches grösser ist als die, die wir derzeit zu kennen glauben... [...]

Nun lässt sich also folgern, daß der beim Sprechen eines Zaubers erreichte geistige Zustand exakt gleich sein muss, egal um welchen Zauberwirker es sich handelt; wirkt ein tumber, grobschlächtiger Barbarenmagier denselben Zauber wie ein hochwohlgeborener calishitischer Erzmagier - so ist der erreichte geistige Zustand der beiden Menschen exakt gleich. Nun aber, was ist wenn einer der geheimnisvollen Elfen genau so einen Zauber wirkt? Ist dann sein geistiger Zustand ebenfalls genau gleich wie bei den Menschen? Ist das, bei der großen Vielfalt an vernunftbegabten Wesen auf Faerûn, überhaupt möglich - kann ein Drache den gleichen Geisteszustand erreichen wie ein Mensch?
Hier sind meine Forschungen aufgrund der leider verschwindend geringen Menge an kooperationsbereiten Drachen leider noch nicht vollständig, meine Schüler. Sicher aber werdet dereinst Ihr weiteres Wissen liefern, um diese Lücke zu füllen. So weit meine Forschungen bisher gediehen sind, kann ich die Meinung vieler Magiekundiger bestätigen, daß die meisten geistigen Zustände, die es zu erreichen gilt, um Zauber zu meistern, von den Drachen gefunden wurden; da sie die Ersten waren, die zauberten - vermutlich deswegen sind so viele der verwendeten magischen Wörter drachischen Ursprungs. Jene also, deren Geister den Drachen am ähnlichsten sind, haben es bei vielen Zaubern leichter.
Hier auch sollten wir mit den Überlegungen ansetzen, warum die Nachfahren unserer wohlverehrten Feuer-Djinns, unserer edlen Kalifen, ebenso oft magiebegabt sind, wie sie es nicht sind. Sind die Geister der Feuer-Djinns denen der Drachen - simpel, aber plausibel - ähnlich? Oder ist es eher so, daß die Drachen als Naturen des reinen Feuers den Djinns ähnlich sind und die Magie in ihrer reinen Form den Geisteszuständen der Djinns also noch eher entspricht als denen der Drachen? [...]

 Quellenangaben! Selbst erstellter Content

Faerûn-Zeit:
Heute ist der 20. Flammleite 1387, Rittende des 2. Zehntages.
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